Schritt 1: Allgemeine Infos zum Physikstudium

Du fragst dich, ob Physik vielleicht das richtige Studium für dich ist? Hier sind ein paar Infos, die dir bei deiner Entscheidung helfen.

Allgemeine Infos zum Physikstudium

Was lernt man?

Im Physikunterricht in der Schule hast du dich bestimmt schon mit einigen Aspekten der Physik beschäftigt und dabei sogar spannende Experimente durchgeführt und dabei Einblicke in die Optik, Mechanik oder Atomphysik bekommen, aber die Physik ist noch so viel mehr…. Das Ziel der Physik ist ein grundlegendes Naturverständnis. Erstaunlich und zugleich faszinierend ist, dass dies auf der Basis weniger Gleichungen und Annahmen möglich ist. Offenbar ist die Sprache der Mathematik und deren strikte Logik erstaunlich gut geeignet, um einzelne Prozesse und Phänomene, die Welt und sogar das Universum zu beschreiben, seine Entwicklung vorherzusagen und zu verstehen. Ein Physikstudium vermittelt ein Verständnis wie Mathematik funktioniert und die mathematischen Werkzeuge, um dieses Wissen dann auf die Natur anzuwenden. Daher ist ein Physikstudium von sich aus sehr breit aufgestellt. Neben mathematischen und theoretischen Kenntnissen werden experimentelle Fähigkeiten und ganz viele technische Fertigkeiten und Kenntnisse vermittelt. Wie plant man ein Experiment, wie führt man einen Beweis, wie kann man etwas messen, wie werte ich meine Messergebnisse aus, wie genau sind meine Ergebnisse, wie gut passen die Ergebnisse zu theoretischen Vorhersagen? Ein Physikstudium ist eine Art Studium generale der Naturwissenschaften und Technik. Vom Programmieren über Datenerfassung und –auswertung bis hin zur Formulierung von mathematischen Modellen findet sich im Physikstudium alles wieder. Besonders ist dabei, dass du diese Vielfalt spätestens im Masterstudium nutzen kannst. Wähle die Bereiche, die dich besonders fanzinieren, um dich dort zu spezialisieren.

Was kann man später damit machen?

Dadurch, dass das Physikstudium so breit angelegt ist und so vielfältige Kenntnisse vermittelt, werden Physikerinnen und Physiker in unterschiedlichsten Bereichen in der Industrie, Forschung und Entwicklung aber auch im Dienstleistungssektor sehr gerne eingesetzt. Eine sehr geschätzte Kompetenz ist, dass Physikerinnen und Physiker komplexe Sachverhalte sehr gut erfassen, ordnen und vereinfachen können, um sie dann einer Lösung zuzuführen. Gleichzeitig werfen sie nicht gleich die Flinte ins Korn, wenn der erste Versuch mal scheitert, sondern denken kreativ und erfinden notfalls einen neuen Lösungsweg. Eine weitere Fähigkeit ist, dass sie durch das breit aufgestellte Studium sehr gut Koordinationsaufgaben übernehmen können. Sie verstehen sowohl den Informatiker als auch die verschiedenen Ingenieure im Entwicklungsteam und können zwischen verschiedenen Positionen vermitteln und so ein Projekt auf Kurs halten. Mit anderen Worten, als Physikerin oder Physiker bieten sich dir nach dem Studium vielfältige berufliche Möglichkeiten.

Welche Studiengänge gibt es?

Wenn du dich für Physik interessierst, dann kannst du in Kiel zwischen drei Studienrichtungen wählen. Zum einen gibt es das klassische Physikstudium, welches nach 3 Jahren zum Bachelorabschluss führt und nach zwei weiteren Jahren mit dem Master abschließt. Viele Studierende schließen dann noch eine Promotion (Doktorarbeit) an, um sich noch besser für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren und einmal richtig geforscht zu haben. Aber auch mit dem Master stehen dir in der Wirtschaft eigentlich schon alle Türen offen. Zum anderen gibt es das Lehramtsstudium in Physik und einem anderen Fach deiner Wahl. Dieses so genannte 2-Fächer-Studium qualifiziert für das Lehramt an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen und dauert wie das 1-Fach-Studium 3 Jahre bis zum Bachelor und 2 weitere Jahre bis zum Master. Anschließend folgt dann das Referendariat, d.h. man ist dann schon in der Schule tätig. Die dritte Variante ist ein Studium im Bereich Physik des Erdsystems. Wenn du Ozeanographie, Meteorologie oder Geophysik studieren möchtest, dann sind dies zwar eigenständige Studiengänge, aber die erste Hälfte des Bachelorstudiums ist in weiten Teilen identisch mit einem klassischen Physikstudium.

Wie ist das Studium aufgebaut?

Ein Studium besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil sind die Präsenzzeiten, die sich aus Vorlesungen, Übungen und Praktika zusammensetzen. In den Vorlesungen wird der Stoff verdichtet in einer Art Vortragsstil vorgestellt. Im Physikstudium in Kiel ist es üblich, dass diese Inhalte dann in den Übungen in kleineren Gruppen an Beispielen angewendet, vertieft und geübt werden. In den Praktika werden die praktischen Fähigkeiten und Arbeitsmethoden zum Experimentieren an konkreten Versuchen vermittelt. Den anderen Teil des Studiums macht das Selbststudium aus. In diesem Teil wiederholst und erarbeitest du dir die Inhalte aus den Präsenzveranstaltungen zum Beispiel Zuhause oder in der Bibliothek oder fertigst Messprotokolle an, wertest Daten aus und bereitest dich auf die Prüfungen vor. Diese zwei Teile sind vom zeitlichen Umfang recht gleich. Die Präsenzzeiten betragen ca 20 Schulstunden pro Woche in der Vorlesungszeit. In den Semesterferien (Vorlesungsfreien Zeit) sind nur in wenigen Ausnahmen Präsenzveranstaltungen. Sowohl am Ende des Bachelor als auch des Master schreibst du eine Abschlussarbeit. Für diese suchst du dir ein Interessengebiet in der Physik aus und hast dann die Chance, dich intensiv über einen Zeitraum von mehreren Monaten mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Was ist so toll an Physik?

Das Studium ist enorm vielseitig. Der Mix aus Mathematik, Theorie, Experimenten, Messtechnik, Software, Basteln und Erfinden lässt nie das Gefühl von Langeweile oder Wiederholung aufkommen. Zwar ist der Start (die ersten 4 Semester) deutlich mehr von Mathe und weniger von Praxis geprägt, aber das ändert sich dann und du kannst zunehmend die Zusammenstellung des Mixes selber bestimmen. So kannst du deine Stärken ausbauen und deine Kreativität auf verschiedenen Gebieten ausleben. Von der Entwicklung komplexer Messapperaturen, über die Programmierung von Simulationen bis zur theoretischen Vorhersage von physikalischen Phänomenen werden deinen Vorlieben quasi keine Grenzen gesetzt. Und das Erstaunliche ist, dass man dafür nicht tausende Seiten in Lehrbüchern auswendig lernen muss, sondern meistens reicht es, wenn man die Idee und das Konzept dahinter verstanden hat.